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September 2009 | Christsein und politische Verantwortung
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Eine Erdnuss im Himmel?
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Eine Erdnuss im Himmel?

 

erdnuesseVor kurzer Zeit sah ich ein Experiment im Fernsehen. Eine Gruppe von Studenten spielte ein Spiel. Die Sieger bekamen eine kleine Packung Erdnüsse. Damit die Verlierer aber nicht leer ausgehen mussten, wurde ein weiteres Spiel gespielt. Die Verlierer sollten aufschreiben, für wie viel Geld sie den Siegern ihre Erdnüsse abkaufen würden. Gleichzeitig schrieben die Sieger auf, für welche Summe sie bereit wären ihre Erdnüsse zu verkaufen.

Während die Verlierer die Preise von Erdnüssen realistisch einschätzten, waren die geforderten Preise deutlich überhöht.

 

Diese kleine Testreihe hat gezeigt, dass Jesus recht hatte, als er sagte: Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Wenn wir uns etwas verdient haben, dann hängen wir unser Herz daran. Und dann werden selbst Erdnüsse überdurchschnittlich viel wert.

 

Und was haben wir uns nicht alles verdient: Das Feierabendbier am Samstag, wenn der Rasen gemäht und das Unkraut gezupft ist. Die Chanel-Handtasche aus dem Türkeiurlaub, nachdem wir ein ganzes Jahr ohne Urlaub durchgearbeitet haben. Oder den Ruhestand mit 65, nachdem wir endlich nicht mehr bei Regen früh morgens aus dem Haus müssen, um fremden Leuten die Post zu bringen. Das alles und noch viel mehr haben wir uns redlich verdient. Und deshalb hängen wir unser Herz so schnell daran.

Aber mindestens genausoviel haben wir nicht verdient. Was ist mit dem Herzinfarkt beim Rasenmähen? Mit dem Flugzeugabsturz nach den Flitterwochen in der Türkei? Oder mit der Trauerfeier kurz vor dem 66. Geburtstag? Nichts davon haben wir verdient. Und trotzdem kann es uns treffen. An unserer Lebenslänge können wir nichts drehen. Bei aller noch so sinnvollen Vorsorge: Wir können uns nicht einen Extratag verdienen.

Im Anbetracht dieser Tatsache wirkt es fast lächerlich, woran wir unser Herz hängen.

 

Gott hat sein Herz an uns gehängt! Wir sind für ihn überdurchschnittlich viel wert. Er hat uns verdient! Er hat uns losgekauft und erlöst (Mk10,45). Wenn wir uns an ihn halten und nach seinem Reich trachten, dann wird er für uns sorgen. Dann wird er sich an unserer Stelle sorgen und uns versorgen, denn er weiß, was wir brauchen! Wir sind sein Schatz! Er investiert in uns unverhältnismäßig viel. Um das, was wir brauchen, müssen wir uns nicht mehr sorgen, denn er sorgt für uns (1.Petr 5,7).

Um in dem Bild vom Anfang zu bleiben: Was will ich mit einer Erdnuss im Himmel? Was kümmern wir uns also um unsere Peanuts? Aber vielleicht können unsere Erdnüsse zu himmlischen Nüssen für andere werden. Teilen wir sie großzügig. Wir haben sie doch gar nicht verdient sondern nur gewonnen. Kümmern wir uns doch lieber um das wirklich Wichtige im Leben und im Sterben. Trachten wir nach dem Himmelreich. Werden wir großzügig und großherzig hier auf der Erde. Damit gewinnen wir einen Schatz im Himmel.

Strecken wir uns nach dem Himmel aus. Er ist offen für uns. Streben wir nach mehr Himmel auf Erden und es gibt mehr Erde im Himmel. Denn wo wir nach dem Himmel streben, da wird Gottes Reich zu unserem "reich". Und wo unser Schatz ist, da ist auch unser Herz. Im Himmel - Halleluja!

SeegerPredigervikar Thomas Seeger, Neumünster

 




 

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