Advent – Protest-Zeit für das Licht

„Advent, Advent, ein Kerzlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür!“ Ein Adventsreim, den ich zwar nie „auswendig gelernt“ habe, aber der mir jeden Advent in den Sinn kommt. Ein Kinderreim, möchten wir sagen, aber was steckt dahinter?

S. Hoffmann

Während die Tage auf den 21. Dezember 2017 hin kürzer werden, zünden wir mit jedem Advent eine Kerze mehr an. Wir machen es hell und protestieren mit steigender Kerzenzahl gegen die zunehmende Dunkelheit. An Weihnachten leuchten die vielen Kerzen am Weihnachtsbaum. Sie zeigen: Jesus ist geboren! Er ist das Licht, das Gott aus Liebe zu uns in dieser dunklen Welt angezündet hat.

Es leuchtete den verachteten Hirten, die freuten sich riesig. Es leuchtete Maria und Josef, ihr Leben nahm einen wunderbaren Kurs. Es leuchtete den Magiern aus dem fernen Osten, sie fanden das größte Glück ihres Lebens. Seitdem Jesus am Kreuz für die Schuld der Welt gestorben ist und Gott ihn an Ostern auferweckt hat, kann dieses Licht des ewigen Lebens niemand und nichts – nicht einmal der Tod – mehr auspusten.

Oft ist das Licht Jesu klein, umkämpft und unscheinbar, aber Er leuchtet und macht, wie die Kerzen im Advent, jeden Lebensraum hell. In Angst sind wir bei Ihm geborgen, in Traurigkeit getröstet, in Sorgen gut versorgt. Wie nach Weihnachten die Tage länger werden und die Nächte abnehmen, so gehen wir mit Jesus nicht dem dunklen Weltuntergang, sondern dem hellen Tag seiner neuen Welt entgegen. „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen!“ (Römer 13,12).

Mitternacht ist überschritten, der Morgen eines neuen Lebens ist angebrochen. Jetzt heißt es rechtzeitig aufstehen! Wer verschläft, verpasst den Tag und das Leben. Aufstehen und sich Jesus, dem Licht zuwenden! Mit Jesus im Licht leben und die dunklen Machenschaften ablegen! Für Jesus, das Licht der Welt, protestieren und in Liebe Licht für andere sein! So lasst uns nicht nur Kerzen anzünden, sondern Adventsmenschen sein – erst einer, dann zwei, dann drei – ganz viele, auf dass es in der Welt heller und mit unserem Verband ganz hell wird! Denken Sie bei jeder Adventskerze daran!

Michael Stahl, VG-Inspektor, Süderbrarup, im Advent 2017